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Mittwoch, 13. Oktober 2010

Der letzte Bunkasai und Ritsukos Geburtstag

Also das muss jetzt zackig gehen. Morgen ist Schule, ich bin todmüde und es ist echt spät -_- zzzzzzz
Steffis Bunkasai war der letzte auf den ich dieses Jahr gegangen bin. Bunkasais sind nur einmal im Jahr und die Saison ist jetzt vorbei = Nächstes Jahr werde ich in Deutschland sein wenn es wieder Bunkasais gibt. Steffi geht auf eine 'Public School'. Das heißt eine öffentliche Schule, ich aber gehe auf eine Privatschule. Aus irgendeinem Grund gilt es in Japan als 'besser' wenn man auf eine Privatschule geht. Allerdings muss man für die halt zahlen und sie sind eigentlich immer geschlechtergetrennt und vieeeeel strenger als die öffentlichen. Es war also sehr interessant denn ich habe zum ersten mal eine öffentliche Schule gesehen. Man hat auf jeden Fall klare Unterschiede gesehen. Meine Schule ist um einiges moderner/besser ausgestattet/sauberer. Und die Mädchen könnten nie im Leben mit gefärbten Haaren, Make up und extrem kurzen Röcken in die Schule kommen. Ich war so überrascht (und neidisch...)!!! Ich darf nicht mal bunte Haarbänder tragen =(
Und natürlich Jungs, massenweiße Jungs! (IKEMEN! SO VIELE HEIßE JAPANER!!! ICH BIN AUF JUNGSENTZUG NORMALERWEIßE STEHE ICH NICHT AUF JAPANER ABER OMG ICH BIN AUF ENTZUG ICH NEHM WAS ICH KRIEGE!!!! *scherz, scherz, scherz*) Allerdings muss ich zugeben das die meisten besseres Haarstyling hatten als jedes deutsche Mädchen jemals hinkriegen würde. Japaner sind so extrem aufs Aussehen bedacht (X_X)
Nach dem Bunkasai bin ich mit Vio und Tim zum Karaoke gegangen und die unvermeidlichen Purikura haben wir natürlich auch gemacht.
Dann war Montag und gleichzeitig Feiertag da Japaner nicht so oft Ferien sondern eher verlängerte Wochenenden haben. Montags war auch der Geburtstag meiner aktuellen Gastmutter und ich und Youjin haben Gerichte von unseren Ländern gekocht. Ich = Kartoffelpuffer und Kartoffelsalat (Es ist schwer deutsche Zutaten in Japan zu kriegen wenn man nicht viel Geld ausgeben möchte also koche ich meistens kartoffellastig) YouJin = KungJungTopoki und Pajeon (kann nicht für die Richtigkeit der Namen garantieren, hahahaha). Es war sehr lecker aber wegen einiger Kommunikationsschwierigkeiten waren die Zutaten etwas falsch/zu wenig und mein Essen ist etwas ... sagen wir mal so ich hätte es besser machen können.  
An alle Süddeutschländer: ES TUT MIR LEID! Aber ich MUSSTE Mayonaise in den Kartoffelsalat tun weil ich viel zu viel Essig reingetan hatte und das der einzige Weg war ihn zu retten ;_;
Ich schäme mich zutiefst... vergib mir Mutter.
Irgendwie war meine Familie auch nicht so begeistert von dem Essen (um ehrlich zu sein ich mochte meine erste Gastfamilie mehr) aber am Ende des Monats ziehe ich sowieso um von daher mache ich mir überhaupt keine Gadanken über sie. Aber ich werde YouJin schrecklich vermissen. Sie ist doch meine kleine Schwester geworden... sie jetzt nicht jeden Tag zu sehen wird sehr schwer ....
Das beiseite... vielleicht werde ich dieses oder nächstes Wochenende Tokyo Tower sehen! Eine Freundin einer Freundin ist Japanerin und lebt hier in Tokyo und wir wollen uns verabreden und dann vielleicht zu TT gehen. Ich freue mich schon sie kennen zu lernen ^_^ Und meine Japanischlehrerin aus Deutschland kommt nächsten Monat nach Tokyo um ihre Familie zu besuchen und wir werden uns wahrscheinlich auch treffen.
Eine Menge los... ich geh jetzt schlafen. みんなさんおやすみなさい!私は元気です。 大好き。

Um ehrlich zu sein hab ich verpennt auf Steffis Bunkasai Bilder zu machen deswegen nur ein paar von den Bandaufführungen, sorry...
 Und die Tanzaufführungen.
Kennt ihr ihn? <3

!POCKY!
Karaoke
   
Und das Essen das wir gekocht haben. Ihr könnt ja raten was was ist....LOL XD

Samstag, 14. August 2010

Ghibli und eine Ausnahme

Also seit 3 Tagen hab ich eine mordsmäßige Erkältung. Das bringt zwei große Problem auf. Erstens Naseputzen. In Japan in der Öffentlichkeit gar nicht gern gesehen und ich muss mich alle 5 Minuten auf die Toilette entschuldigen um mir dort die Nase zu schnäuzen aber das hab ich schnell aufgegeben und starr einfach nur frech zurück wenn mich jetzt jemand schief anschaut. Zweitens Mundschutz. Den hier zu tragen ist Pflicht wenn man krank ist. Manche tragen ihn auch an öffentlichen Plätzen (insbesondere im Zug) nur weil dort kranke Menschen ohne Mundschutz (wie ich) sein könnten und sie anstecken oder an Straßen weil die Luft dort recht schlecht ist. Es ist also gar nichts ungewöhnliches das fast jeder vierte dem man über den Weg läuft so ein Teil trägt...Ich habe es versucht und ungefähr eine Stunde durchgehalten. Unter den Dingen bildet sich ein subtropisches Klima das einfach nicht auszuhalten ist. Ich versuche mich zwar sie im Bus/Zug aufzuziehen aber ansonsten ist das einfach nicht schaffbar für mich.
Vorgestern kamen japanische Studenten in die Sprachschule und wir durften Konversation machen. Also versuchen mit dem was wir schon können eine Unterhaltung aufrechtzuerhalten. Japanerinnen sind so süß! Ihr Style, ihr Benehmen und ihre ganze Art lässt mich immer wieder grün vor Neid werden. Einfach unglaublich hinreißend. Das kann man nicht wirklich beschreiben, das muss man erlebt haben.
Naja, danach gingen Viola, Maurice und ich nach Shibuya (Yes, Shibuya Bitches!)
Wie haben uns nur ein bisschen umgesehen (extrem laut, bunt und freakig) und Purikura gemacht (kleine Fotoautomatenbildchen die man verzieren kann und extrem billig sind) Das war schon richtig geil. Ich glaub Purikura sind mein neues Hobby.
Dann bin ich heim und habe zum ersten mal japanisches Fernsehen gesehen. Oh mein Gott, das war DAS Erlebnis schlechthin! Ich verstehe jetzt warum man die Japaner als seltsam bezeichnet... bei der Werbung!! Ein absolutes Erlebnis für sich. Das meiste ist Kosmetik, Bier und Handywerbung. Mal abgesehen von der Werbung habe ich mir eine Dokumentation über Ghibli angesehen (Hayao Myazaki bringt hier gerade einen neuen Film raus und ist deshalb recht oft in den Medien) und dabei erfahren das das Ghibli Art Museum 20 Minuten Fußweg von meinem Haus liegt. Ich fragte meine Okasan ob wir gehen könnten und sie versuchte dann auch Karten zu bestellen aber die waren für die nächsten 2 Monate ausverkauft!!!
Meine Gastmutter schenkte mir außerdem Bücher über Ghibli-Filme (zu Weihnachten..) und eines ihrer eigenen Bücher (sie ist wie ich herausbekam nämlich Autorin) und nahm mir das Versprechen ab das ich sie in einem Jahr lesen können würde =)
Am nächsten Tag hat uns ein Taifun gestreift und deswegen arg geregnet. Japaner sind lustig drauf.. jedes mal wenn es regnet rennen sie in den nächsten Kombini und kaufen einen neuen Schirm. Deswegen haben sie zuhause immer Tonnen Schirme rumliegen. Meine Gastmutter hat auch eine Menge ^_^
Wir hatten keine Sprachschule sondern gingen ins Tokyo Edo Museum. Das war ganz interessant. Danach sind wir zuerst nach Akihabara gefahren (das Elektronikviertel) und dann nach Ueno (billige Shoppingmeile). Akihabara gefiel mir nicht wirklich. Überall nur laute Spielecenter, Elektrokram und viel Hentai (so 'ne Art japanischer Porno)
Aber Ueno war toll! Billig, lauschig und hübsch. Mein neues Lieblingsviertel ^_^
Dort haben wir noch mal Purikura gemacht (nach den Dingern wird man süchtig)
Als ich dann von Ueno heimfuhr musste ich in Shinjuku umsteigen und da ist es dann passiert. Der 'Ausnahmefall'. Neben mir stand ein recht junges Mädchen und ihre Eltern waren kurz weg da hat ein Mann sie angegrapscht. Der Vater hat es gesehen und den Mann angeschrien. Der ist weggerannt, der Vater hinterher und hat ihn mit einem eindrucksvollen Karategriff zu Boden geschmissen und festgehalten. Und über alledem das laute Gekreische des Mädchens dessen Mutter versuchte sie zu beruhigen. Die Bahnpolizei kam dann gleich und der Mann musste sich vor der Familie niederknien und entschuldigen... Ich stand nur mit offenem Mund da während der ganzen Szene. Als ich heimfuhr war ich echt platt und fühlte mich auch zum ersten mal in Japan nicht so wohl...
Aber eine lustige Anekdote hab ich von der Geschichte mitgenommen ^_^
Als der Mann sich nämlich entschuldigte kam eine völlig unbeteiligter Punker hinzu und fing an den Kerl fertigzumachen und hat ihn angeschrien was ihm eigentlich einfällt. Das war trotz der ganzen Situation einfach das beste was ich je gesehen habe =)
Als ich heimkam schenkte Makoto-san mir außerdem Shampooflaschen. Ich hatte mir ausversehen Shampoo in der Tüte gekauft und kein Geld mehr für Flaschen. Er hatte das gesehen und auf dem Heimweg von der Arbeit Flaschen für mich gekauft. Das hat mich total gefreut :D Ein Trostpflaster für den Schock.
Am nächsten Tag war wieder Schule. Der Lehrer (wir haben ja jedes mal jemand anderen) war klasse. Anime gucken, 12 Kanjis lernen, Spiele machen und anhand von Mangabildern Gefühle beschreiben..
Dann war Orientation und als ich zuhause war kam noch der Freund meines Gastvaters vorbei um mich kennenzulernen. Nebenbei lief im Fernsehen eine Dokumentation über den 2. Weltkrieg und Hitler was mich etwas peinlich berührt hat aber die Japaner schien das nicht zu stören.
Tja und heute war ich morgens mit Okasan beim Ghibli Art Museum und weil die Karten ausverkauft waren haben wir nur Fotos von außen gemacht :(

Danach gings mit meinen Freunden nach Shinjuku wo uns Purikura, Udon (Nudeln), ein Friedhof, und recht viel Zeit in einem Musikladen erwarteten. Und wir machten Karaoke!! Man mietet einen Raum mit Karaokestation und die haben wirklich ALLE Songs! Glücklicherweiße war die Musik selber so laut das man das schlechte Gesinge nicht hören musste. Die japanischen Lieder an denen ich mich versuchte waren allerdings viel zu schnell...




















Dienstag, 10. August 2010

Jetlag.. und Japanischkurs

Gestern war zum ersten mal Japanischsprachkurs. Ich habe das große Glück nur 40 Minuten dorthin zu brauchen. Für japanische Verhältnisse sehr wenig. Glücklicherweise verlief ich mich nicht. Erst Bus, dann Bahn und dann noch etwas laufen. Allerdings kam Viola zu spät zum Treffpunkt. Sie war zu früh ausgestiegen. Wir lernten die anderen Teilnehmer kennen. Wieder ein großer interkultureller Mix. 2 Koreanerinnen (Youjin, Yulruu (Es kann sein das ich ihre Namen falsch geschrieben habe)), 1 Norwegerin (Therese) und 2 Schwedinnen (Anna, Ellen). Wir unterhalten uns aus einem Mischmasch aus Englisch und Japanisch. Wir Deutschen mussten zuerst einen Test machen um unser Level einzustufen denn die anderen waren ja bereits seit einer Woche da. Der Test war recht schwer...
Steffi kam in den gehobenen Kurs. Viola, Maurice und ich in den niedrigeren. Im gehobenen sind nur 2 Personen, das heißt in meiner Japanischklasse 7 Personen.
Der Japanischunterricht ist der klassisch-japanische Frontalunterricht. Das heißt vorne steht der Lehrer und redet und wir müssen Notizen machen. Unsere Lehrerin ließ uns aber Fragen stellen und machte auch Spiele mit uns was immer ganz lustig war. Mittags hatten wir dann Pause und gingen alle zum Kombini. Mei-chan und Josh (der Australier der seit einem halben Jahr hier ist und etwas Deutsch spricht) kamen und halfen uns. Dann aßen wir in der Schule und machten 'Foodsharing'. Jeder kriegt von jedem etwas. Das ist unglaublich süß ^_^
Ich hatte Gyoza und Pocky (So ähnlich wie Mikado, nur besser! Und es gibt sie in tausend verschiedenen Geschmacksrichtungen) von denen am Ende nichts übrigblieb. Die Dinger sind unglaublich beliebt in Japan. Dann kam eine Mitarbeiterin aus der Organisation (Russin mit lustigem Akzent) und wir hatten 'Orientation'. Das ist im Grunde einfach immer organisatorisches besprechen. Wir Nachzügler bekamen unsere Handys. Sie sind schwarzblau und nicht wirklich Kawaii (süß).
Aber sie tuen ihren Job und sind unglaublich faszinierend. Man schreibt sich übrigens nur Mails, keine Sms die sind zu teuer. Mei-chan ist eine große Hilfe. Sie konnte uns alles recht gut erklären weil die Menüs ja auf Englisch-Japanisch sind und man erst mal null Durchblick hat. Wenn jemand meine Mailadresse haben möchte soll er eine Email schreiben und kann ja mal ausprobieren ob er mich erreicht ^_^
Und dann saßen wir eigentlich nur noch herum und quatschten.
Ellen geht später übrigens in die gleiche Schule wie ich. Shimokitazawa Seitoku. Sarah, die Australierin und Youyuu, die Koreanerin (kann sein das ichs falsch geschrieben habe) die auch seit einem halben Jahr hier sind, und meine Senpais (Ältere) gehen auch dorthin. Sie haben uns ein bisschen über die Schule erzählt. Sie wissen sogar das ich in die 11 Klasse mit Youyuu zusammen kommen werde 0_o
Und dann ging ich heim, machte shukudai (Hausaufgaben) die Okasan korrigierte und ging für sie einkaufen (wobei ich mich verlief und bei einer Polizeibox nach dem Weg fragen musste... auf Japanisch...-_-)
Etwas das mir aufgefallen ist an Bahnstationen, sind die Markierungen auf dem Boden. Man stellt sich dort in 2erPärchen in einer Schlange auf und wenn der Zug einfährt sind die Türen genau an diesen Stellen und man lässt die anderen aussteigen und geht dann geordnet hinein. Etwas das ich ein wenig peinlich gelernt habe.
Der Kleiderkodex der Frauen ist auch erwähnenswert. Ich nenne ihn: Chest No, Legs Go! Soll soviel heißen wie: soviel Bein wie möglich aber so wenig Oberkörper wie nur geht.
Das war mein 3 Tag in Japan.
Dann kam mein 4 Tag und mein zweiter Tag 'Nihongogakkou' (Japanischschule). 3 Finnen sind dazu gekommen. Heute hatten wir eine andere Lehrerin mit der es etwas besser lief aber soooo viel Hausaufgaben ;_;
Dann war Lunch und danach war Orientation. Die Russin besprach heute mit uns das Thema 'Tokyo'. Zuerst mussten wir Bilder zeichnen von dem was uns in den Sinn kommt und dann malte sie mithilfe von Josh und Sarah ein Tafelbild wo sie die besten Plätze, Einkaufsmöglichkeiten und Geheimtipps Tokyos auflistete und wie man dorthin kommt. Dies galt hauptsächlich den Schülern die nach dem Sprachkurs außerhalb von Tokyo zur Schule gehen und jetzt noch die Gelegenheit haben die Stadt zu erkunden. Aber es war auch für mich interessant die einzelnen Viertel und ihre 'Spezialitäten' zu sehen. Z.b. ist Akihabara fast nur Elektronik, Harajuku für Cosplay, Ginza das Nobelviertel, Ueno die beste und billigste Shoppingmeile und Asakusa das 'Old Japan'. Morgen gehe ich mit Vio und Steffi wahrscheinlich nach Ueno. Jetzt gibts noch Abendessen und ich hoffe heute nacht endlich durchschlafen zu können. Wir Austauschschüler haben alle Augenringe bis zum Boden und ständig Kopfschmerzen...
Ich schreib hier im Moment auch nur so viel weil ich immer morgens um 3 aufwache und nix besseres zu tun habe. Nicht das ihr denkt ich hab nichts besseres zu tun. Am Computer schreiben ist das einzige das die anderen nicht weckt. Der Jetlag bringt mich noch um -_-

Auf den Fotos: Pocky, Taschentücher, Handy, Essen (Melonenwasser), Fahrplan und die allgegenwärtigen Getränkeautomaten <3